Zentralbank im Fokus

Diese Woche ansehen

  1. Juli | Zielquote auf Eis gelegt und neue Wachstumsprognose

Wir gehen davon aus, dass der MPC auf der Ratssitzung in dieser Woche den Zielsatz stabil bei 0,1% halten wird. Unserer Ansicht nach wird der jüngste Inflationsanstieg für die Zentralbank kein Problem darstellen, da sie sich unter den gegenwärtigen Umständen hauptsächlich auf die Unterstützung des Wirtschaftswachstums konzentriert. Wir sehen weiterhin stabile Zinssätze bis mindestens Ende 2021 als das wahrscheinlichste Szenario an. Darüber hinaus werden die wichtigsten Ergebnisse der neuen Inflations- und Wachstumsprognose, die am 17. Juli vorliegen soll, veröffentlicht. Die neue Projektion wird die erste Bewertung der Auswirkungen von COVID-19 auf die polnische Wirtschaft durch die Zentralbank sein. Wir erwarten eine starke Abwärtsrevision sowohl der Wachstumsprognosen als auch eine mildere Anpassung der Inflationserwartungen.

  1. Juli | Blitzinflation wird bestätigt

Die Schnellschätzung der Inflationsrate für Juni überraschte nach oben und erreichte 3,3% y/y (gegenüber 2,9% y/y im Mai). Wir vermuten, dass die steigenden Preise für Dienstleistungen der Hauptgrund für die Überraschung gewesen sein könnten. Der zunehmende Druck aus dem Dienstleistungssektor deutet auf einen weiteren Anstieg der Kerninflation (fällig am 16. Juli) hin, die sich im Juni wahrscheinlich in Richtung 4,0% y/a bewegen wird. Eine solche Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass die Unternehmen zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit der Pandemie auf die Verbraucher abwälzen. Somit sind die angebotsseitigen Faktoren stärker als der deflationäre Effekt des Nachfragerückgangs. Wir sehen erhebliche Aufwärtsrisiken für unsere aktuelle FY20-Inflationsprognose von 3,1%.

  1. Juli | Arbeitsmarktdaten für Juni

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich seit dem Ausbruch der Pandemie verschlechtert, und wir glauben, dass dies auch im Juni so bleiben wird. Obwohl die Arbeitslosenquote seit April kaum gestiegen ist, hat sich die Beschäftigungsdynamik negativ entwickelt. Wir gehen davon aus, dass das Beschäftigungswachstum im Juni um -3,5% y/a zurückgehen wird. Auch das Lohnwachstum dürfte sich weiter abschwächen und wir sehen es bei 0,4% y/y.

Die Höhepunkte der letzten Woche
Präsident Duda sicherte sich mit 51,2% Unterstützung die Wiederwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,1%.

Nach Angaben des Ministeriums für Familie, Arbeit und Sozialpolitik stieg die Arbeitslosenquote geringfügig an und lag im Juni bei 6,1%.

Die NBP kaufte 5,14 Mrd. PLN in Schatzämtern und staatlich garantierte Papiere auf, wodurch sich das Gesamtvolumen des QE-Programms auf 101,3 Mrd. PLN erhöhte.

Marktentwicklungen
Treiber des Anleihenmarktes | 10J Rendite bewegte sich in Richtung 1,3%

Im Laufe der Woche setzte sich der Abwärtsdruck auf das lange Ende der LCY-Kurve fort, da die 10J-Rendite zurückging und sich unter 1,32% bewegte. Der Rückgang der polnischen Kurve spiegelte die Entwicklung an den Kernmärkten wider, wo die 10-jährige deutsche Bundesanleihe um rund 8 Basispunkte in Richtung -0,5% zurückging. Der Spread gegenüber dem 10-jährigen deutschen Bundesanleihen bleibt mit rund 180 Basispunkten im Großen und Ganzen unverändert. In dieser Woche steht die Zentralbank mit dem Treffen des MPC und neuen Inflations- und Wachstumsprognosen im Mittelpunkt. Da jedoch im Großen und Ganzen mit stabilen Zinssätzen gerechnet wird, erwarten wir keine Bewegung bei den Renditen.

Devisenmarkttreiber | EURPLN bleibt gedrückt

Der Zloty profitierte nicht von dem schwächeren US-Dollar, da der EURPLN während der Sommerhandelswoche in der engen Spanne von 4,46-4,47 blieb. Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen vom Sonntag hatte keinen starken Einfluss auf den Zloty. Wir gehen davon aus, dass der Zloty den Nachrichten über eine Pandemie folgen und auf Veränderungen in der Weltstimmung reagieren wird.